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The Subways: Glückspilze

Pech gehabt: Nicht Charlotte Cooper, die reizende Frau am Bass, ist am anderen Ende der Leitung, sondern Gitarrist und Sänger Billy Lunn, der nämlich, im Gegensatz zu Charlotte, nicht deutsch spricht, wie er zu seinem Bedauern zugibt. Deshalb sei es ihm auch besonders schwer gefallen, die aktuelle Single der Band zu singen, so bekennt er sich im Gespräch mit David Wienand zu seiner Schwäche.

„Charlotte hat Deutsch von ihrer Mutter gelernt, die lange Zeit für eine Bank in Deutschland gearbeitet hat“, holt Billy Lunn, Hauptsongschreiber und Mann hinter Mikro und Gitarre weit aus. „Außerdem hat sie eine deutsche Freundin und ist darüber hinaus sehr intelligent und talentiert, wenn es darum geht, eine Sprache zu erlernen. Darum beneide ich sie sehr. Mir fällt das leider überhaupt nicht leicht, aber zum Glück kann Charlotte mir sehr beim Übersetzen und bei der Aussprache helfen. Heute bedauere ich es übrigens, dass in England so wenig Bereitschaft besteht, Deutsch oder eine andere Fremdsprache zu lernen. Die Engländer scheinen mir in dieser Hinsicht sehr bequem zu sein“.

Ebenfalls vom Glück verfolgt scheinen The Subways – neben Bassistin Charlotte und Gitarrist und Sänger Billy ist dessen Bruder Josh Morgan der Dritte im Bunde – in Sachen Erfolg besonders in Deutschland. „Hier sind wir dieses Jahr so viel unterwegs gewesen und es wird weitere Shows geben“, erzählt Billy. „Die Deutschen mögen uns wohl sehr, wofür wir keine Erklärung finden, obwohl wir schon darüber nachgedacht haben. Vielleicht stehen sie einfach auf einen unkomplizierten und melodischen Rock’n’Roll, zu dem wir mit dem neuen Album MONEY AND CELEBRITY wieder zurück kehren wollen“.

Zurück zu den Wurzeln soll es für die Hertfordshire-Gitarrenpop-Band also mit dem Album Nr. 3 gehen, das für Billy Dunn als dem Songschreiber der Band, zu einer schwierigen Angelegenheit wurde. „Mehrmals habe ich mit dem Songschreiben begonnen und mir eine Gitarre geschnappt und sie gleich darauf entnervt wieder zur Seite gelegt, weil mir einfach keine Ideen in den Sinn kamen“, erinnert sich Billy. „Dann bin ich mit Freunden – einige davon hatten kurz zuvor ihre Jobs verloren, was die Stimmung noch zusätzlich drückte – in einen Pub und wir haben angefangen uns zu betrinken, bis der Laden schließlich dicht machte. Auf der Suche nach einem anderen Pub, der länger aufhatte, stellten wir plötzlich fest, dass niemand von uns mehr Geld in der Tasche hatte, worauf einer meiner Freunde bemerkte: Wir brauchen kein Geld, um zu feiern. Da hatte ich plötzlich die Idee zu einem Song, „We Don’t Need Money“, der jetzt als Bonustrack auch in deutscher Sprache auf dem neuen Album sein wird“. Auch hier stand also das Glück Pate für das Gelingen des oftmals als schwierig empfundene dritten Albums, das zu einer richtigen Party-Scheibe – treffend dazu der Titel der ersten Single „It’s A Party“! – mit zwölf schnurgeraden Losgeh-Punkrockpopsongs geworden ist, und damit „genau so, wie uns das zuletzt auch vorschwebte!“, wie Billy betont.

Wie bei kaum einer anderen Band finden sich Subways-Songs in diversen Kampagnen (von Hugo Boss, von der FIFA), Filmen („Rock’n’Rolla“, „Die Welle“) und Serien („Broken Comedy“) wieder. „Da hatten wir das Glück, dass man immer wieder auf zukam, um uns um unsere Songs, etwa ‚Rock’n’Roll Queen’ für ‚Die Welle’ oder ‚Oh Yeah’ für Hugo Boss, zu bitten“, kann Billy das große Interesse scheinbar selbst kaum fassen. „Und dann ‚O. C. California! Unsere Songs in der dritten Staffel der Serie eröffneten uns eine Tour durch die USA, und zwar nicht nur Shows in den Metropolen, sondern auch in North Carolina, Texas und Kansas. Unfassbar, wie schnell das scheinbar Unmögliche für uns Wirklichkeit geworden ist“.

Im nächsten Jahr wollen sich Billy, Charlotte und Josh wieder öfter in England und dort besonders auf den Festivals blicken lassen, denn „auch in unserer Heimat haben wir natürlich viele Fans, die wir zuletzt ein bisschen vernachlässigt haben“, bekennt Billy. „Und zum Glück“, fügt er hinzu, „scheint uns die englische Presse, die es heimischen Bands ja nicht immer einfach macht, ebenfalls zu mögen, was wohl daran liegt, dass wir nicht mitternachts volltrunken und zugedröhnt aus den Pubs torkeln“.

Quelle: http://www.coolibri.de

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comments

One Response to “The Subways: Glückspilze”

  1. Guenter on Oktober 16th, 2011

    Auf meinem Iphone sieht deine Seite irgendwie komisch aus.

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