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haldern pop festival 2011 – wer du bist

Ich sitze jetzt geschlagene 5 Minuten auf meiner Couch und denke über die Headline für diesen Artikel nach. Für einen kleinen Beitrag auf einer noch unbekannten Musikwebsite eigentlich zu lange. Es geht um das Haldern Pop Festival, einem mit ca. 6000 Besuchern, kleinen Festival für Popmusik, Rock, Elektro, Folk + sämtliche Unter- und Überkategorien. So vielfältig wie die Besucher selbst ist auch die Auswahl der Bands. „Pop“ als Überbegriff trifft es wahrscheinlich ganz gut. Für mich war es das 3. Halderner. Jedes Jahr schön, jedes Jahr anders aber immer mit dem gleichen Grundrauschen. Und damit meine ich nicht die Promille vom ersten 5L-Fäßchen, dass wir Donnerstag Vormittag nach dem Aufbau unserer „Zeltstadt“ bereits haben verdunsten lassen. Eher rede ich von dem uneingeschränkten Wohlfühlblues der mich umgibt wenn ich mich wiedermal mitten im August auf diese 3 Tage voller leidenschaftlicher Musik einlasse. Wer möchte, liest sich die Geschichte des Festivals auf haldern-pop.de durch um einen Eindruck davon zu bekommen wie sehr das Festival, die Gemeinschaft und die Musik, vor allem auch Leidenschaft der Festivalmacher selbst ist.


Jetzt aber mal zu den Fakten. 11.-13. August 2011.
´Fleet Foxes´, ´Gisbert zu Knyphausen´, ´The Antlers´, ´Wir sind Helden´ und ´The Wombats´. Das sind die ersten Namen die mir einfielen wenn ich ein paar Wochen vorher gefragt wurde wer denn auf diesem Festival so kommt.

´LaBrassBanda´, ´Dan Mangan´, ´Goldenen Kanine´, ´James Blake´, ´The Antlers´ und ´Alexi Murdoch´. Und das sind die ersten Namen die mir jetzt spontan einfallen wenn ich über die Auftritte des Festivals nachdenke. Zugegeben, ´The Antlers´ habe ich zuvor schon einmal in Berlin gesehen, ´Dan Mangan´ + ´Goldenen Kanine´ ein paar Wochen vorher auf dem wunderschönen „OBS“ in Beverungen. Bei ´James Blake´ und ´Alexi Murdoch´ habe ich zumindest schonmal vorher reingehört.
´LaBrassBanda´ kannte ich gar nicht und ich hätte sie mir auch nicht angesehen wenn ich nicht nach ´Dan Mangan´ im Spiegelzelt doch schon aufs Hauptgelände gegangen wäre, weil all meine Freunde bereits dort waren um auf ´Wir sind Helden´ zu warten. Ich habe also den Auftritt von ´LaBrassBanda´ gesehen und wenn es mir nicht eh schon bewusst gewesen wäre, hätte ich spätestens von dort an wieder gewusst was dieses Festival ausmacht. Die Momente in denen man spürt eine Band für sich entdeckt zu haben die man noch in 20 Jahren hören wird. ´LaBrassBanda´ ist eine solche Band.

2009 war mein erstes Halderner, da waren es ´Edward Sharpe & The Magnetic Zeros´ die im Spiegelzelt einen so lebensbejahenden Auftritt hingelegt haben, dass jeder überzeugte Pessimist danach nur noch mit dauerlächelnder Fresse an Blümchen riecht. 2010, auch das Spiegelzelt, ´The Low Anthem´, eines der ganz wenigen Konzerte bei denen ich heute noch Gänsehaut bekomme wenn ich daran denke. ´The Low Anthem´ haben dieses Jahr auf der Hauptbühne gespielt, ich habe es mir nicht angesehen aus Angst danach nicht mehr an das fast mystische Konzerterlebnis von 2010 denken zu können. Ziemlich bescheuert, oder? Ebenfalls 2010, ´The Tallest Man On Earth´, mein 2. Top-Highlight.

´Fleet Foxes´, ´Gisbert zu Knyphausen´, ´Wir sind Helden´ und ´The Wombats´ sind aus meiner zweiten Spontannamensnennung herausgefallen, was wirklich nicht bedeutet, dass sie schlecht waren. Was aber zeigt, dass neben den wenigen bereits erfolgreichen, „großen“ Musikern, vor allem eine Reihe meist nur Musik-Nerds bekannten Bands dort spielen. Und nicht wenige davon bleiben dank ihrer starken Konzerte im Gedächnis. Ein paar Bands schaffen nach ihrem Auftritt bei diesem Festival den großen Durchbruch, so zum Beispiel ´Mumford & Sons´, die letzten Jahr einer der Headliner waren und 2009 das erste mal in Haldern gespielt haben. Wer aufgepasst hat, weiß, dass 2009 mein erstes Halderner war. Und ich habe nichts von ´Mumford & Sons´ erwähnt, obwohl ich die Musik dieser Band liebe. Tja, Ich kannte sie damals nicht, habe sie mir nicht angesehen. Dumm gelaufen sagt man da wohl. Und wenn ich mir jetzt das Bandarchiv der letzten 3 Festivaljahre ansehe und die Bands ankreuze die ich heute mit Genuß höre und damals aus einem Mix aus Unwissenheit, Faulheit und Trunkenheit nicht gesehen habe, kommt Wehmut auf.

„niewo 1412523652460 immerda“. So lautete das diesjährige
Festivalmotto. Ob die Macher dafür auch nur 5 Minuten gebraucht haben?

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